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    Eibauer Bier- und Traditionszug“
    der Gemeinde Kottmar
    Das große Spektakel rund ums Bier, seit 1993 alljährlich Ende Juni
     

    Kutschen, Kremser, Gespannführer

     
     

    Christian Metzig (rechts) auf dem Kutschbock beim Umzug 2005 für die Eibauer Brauerei
    Christian Metzig beim Umzug 2014 mit seinem Sechsspänner für Feldschlösschen
    Christian Metzig bei seinem letzten Umzug 2018 für das Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau

    Christian Metzig (Gespannführer aus Zittau)

    Vom Einspänner bis zum Sechsspänner: Christian Metzig konnte einfach alles lenken und war ein passionierter Sammler von Kutschen und Geschirren. Er führte lange das Familienunternehmen Reit- und Fahrstall Familie Metzig in Zittau.
    Seit Beginn der Eibauer Bierzüge im Jahre 1993 hat Christian Metzig (1932 - 2020) das Bild des Eibauer Festumzuges wesentlich mit geprägt. Zunächst zwei- und vierspännig fuhr er auf Grund des Wunsches von Dr. Klaus-Peter Dittmar, dem Chef der Eibauer Brauerei ab 1997 sechsspännig.
    Dr. Dittmar hat dieses Sechsergespann nicht mehr miterlebt. Bis zum Jahre 2012 zogen die weißen Schimmel aus Zittau das Prachtgespann der Eibauer Brauerei. Es folgten mehrere Jahre auf dem Kutschbock des Feldschlösschengespannes.
    Auch auf vielen regionalen und überregionalen Veranstaltungen, beispielsweise beim Tag der Sachsen in Zittau, repräsentierte er mit dem Eibauer Prachtgespann die seit 1810 bestehende Tradition des Eibauer Bieres, welche damals mit Gründung einer Landbrauerei durch die brauberechtigte Bürgerschaft von Zittau begann. Damit hat Christian Metzig einen wesentlichen Anteil an den Bemühungen, den Bekanntheitsgrad unserer Oberlausitz zu steigern.

    Noch 2018 war Christian Metzig als Gespannführer beim Eibauer Bierzug präsent. Eben dieser, sein letzter Bierzugeinsatz erfolgte für das Gerhart-Hauptmann-Theater. 2019 hatte er auf Grund seines Alters und der großen Hitze, die an diesem Bierzugsonntag 2019 herrschte, nicht selbst am Bierzug teilgenommen.
    Die Jahre seiner Teilnahme als Kutscher und Gespannführer im Brauereiblock ließen den persönlichen Kontakt innerhalb der Mitstreiter des Bierzugteams immer enger werden. Es gab am Rande des Events viel persönliche Begegnungen und gute Gespräche, welche immer wieder Kraft für die Arbeit hinter den Kulissen gaben. So manche gute Idee wurde geboren, nicht alles konnte umgesetzt werden.


    Sein Tod im Jahre 2020 reißt unweigerlich eine Lücke in die Bierzugmannschaft und in die Reihe der Gespannhalter. Christian Metzig war ein echter Oberlausitzer mit dem Herzen am rechten Fleck. Mit der Fortführung der Bierzugtradition werden wir sein Andenken in Ehren halten

    Franz Hoser aus Hainewalde

    Der Kutscher Franz Hoser aus Hainewalde ist eines von vielen Urgesteinen im Festumzug. Seine Pferde sind schwere, braune Warmblüter (Rasse Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut) welche heute noch in Moritzburg gezüchtet werden. Die Rasse wurde früher vor allem im Zuchtgebiet Thüringen als warmblütiges Arbeitstier gezüchtet. Einsatzgebiete waren Landwirtschaft und Fuhrgewerbe. Als Fellfarben kommen Rappen, Braune, Dunkelbraune aber auch Füchse und Schimmel vor. Das Sattelpferd „Grando“ ist 19 Jahre alt (geb. 1996) und stammt von Dieter Altmann aus Zodel. Das Handpferd „Lunikov“ ist 14 Jahre alt (geb. 2001) und stammt von Dirk Augustin aus Oderwitz.
    Der rote Kopfschmuck der Pferde dient zum Schutz vor Fliegen und anderen Insekten und wird ebenso als Schmuck verwendet. Je nach Anlass wird der Kopfschmuck in unterschiedlichen Farben getragen. Dieser Kopfschmuck wird von Frau Hoser liebevoll selbst gehäkelt. Die restlichen Geschirrteile sind bereits über 50 Jahre alt. Sie werden mit viel Liebe und Mühe gepflegt und nach bestem Wissen erhalten. Die Behänge (Alter ca. 80 Jahre) sind Liebhaberstücke, welche Franz Hoser von einen alten Sattler geerbt hat und seitdem in Ehren hält.
    Das Gespann mit den beiden Braunen gibt es in dieser Zusammenstellung seit 2005. Zuvor fuhr Franz Hoser im Bierzug mit zwei Rappen. Er ist seit dem ersten Bierzug 1993 in jedem Jahr dabei. Herr Hoser besitzt seit seinem 14. Lebensjahr Pferde. Seine Tierliebe ist bis heute, mit 83 Jahren, ungebrochen. Sie hat er auch an seinen Enkel vererbt. Seit 1951 fährt Franz Hoser in allen Festumzüge der Region mit (beispielsweise bei Jahresfeiern der Ortschaften wie 2014 in Neueibau oder Festumzügen wie dem Königszug anlässlich der 750-Jahrfeier der Stadt Zittau). Weiterhin führt er Kremser- und Kutschfahrten durch.

    Der Text über Franz Hoser wurde uns von seinem Enkel Albrecht zur Verfügung gestellt, welcher ihn auch beim Bierzug begleitet.

    Herr Hoser fährt beim Umzug unterschiedliche Festwagen. Sogar ein Pferdeschlitten war schon mal dabei. Im Bild oben ist er mit seinem Enkel beim Umzug 2009 zu sehen. Dieses Motiv wurde auch für die Bierzugsplakette 2015 ausgewählt. Die Plakette 2015 möchte den vielen Kutschern und ihren Gespannen, welche seit Beginn das Gesicht des Bierzugs prägen, Referenz zollen. Gerade die vielen traditionellen Pferdegespanne haben den Bierzug, neben den großen Prunkgespannen der Brauereien, in seiner Einzigartigkeit berühmt gemacht.
    Eibau, im Juni 2015
    Nachtrag im Februar 2016:
    Zum Anfang des Jahres 2016 verstarb Franz Hoser kurz nach seiner Frau im Alter von 85 Jahren. Der Eibauer Bierzug hat damit eines seiner Originale verloren. Wir freuen uns umso mehr, dass sein Enkel Albrecht Rink die Tradition seines Großvaters weiterführen wird und mit dem Gespann am diesjährigen Umzug wieder einen Festwagen fahren wird.
    Bilder: Das Gespann von Franz Hoser bei den Umzügen 2012, 2013 und 2014.
    2012
    2013
    2014

    Dirk Augustin aus Niederoderwitz

    Der Pferdewirt aus Niederoderwitz hat seine beiden Vierbeiner im Griff. Immerhin ist er ein Profi. Mit 13 Jahren lernte er das Kutschen lenken.
    Dirk Augustin widmet sich der Zucht der Pferderasse „Sächsisch-Thüringisches Schweres Warmblut“ im 20. Jahrhundert war diese Rasse fast ausgestorben und konnte nur durch engagierte Züchter erhalten werden. Auch heute gilt die Rasse noch als gefährdet. Der Pferdezucht & Kutschbetrieb Augustin trägt mit der Zucht des „Schweren Warmblut“ zur Erhaltung der Art bei.

    Weiterhin bietet er Kutsch- und Schlittenfahrten in der Oberlausitz zu jedem Anlass - vom Familienausflug bis zur Hochzeitsfahrt – an. Als Gespann kann ein- bis vierspännig gefahren werden.
    Und auch bei nahezu jedem Bierzug hatte er die Zügel in der Hand. Hier hat er seinen angestammten Festwagen und fährt meist für die Sächsische Zeitung.
    www.pferdeaugustin.de
    Dirk Augustin als Gespannführer des Umzugswagens der SZ im Jahre 2014
    beim 20. Bierzug im Jahre 2012
    und im Jahre 2013

    Zur Pferdewirtin Ebersbach

    Die Pension und Fuhrhalterei "zur Pferdewirtin" (Inhaber Winfried Mattutat) aus Ebersbach-Neugersdorf stellt den kleinsten Bierwagen Deutschlands, gezogen beim Umzug 2011 von Texas (15 Jahre) und Tabaluga (8 Jahre) Die Pferde haben ein Stochmaß von 82 cm.
    2011
    2013
    2023
    Beachtliche 22 Mal hat die Ebersbacher Pferdewirtin mit Kutscher Winfried Mattutat (Mattu) am Eibauer Bierzug teilgenommen und wird auch beim Jubiläumsumzug 2024 wieder in Eibau dabei sein.

    Der Geschäftsbetrieb der Pferdewirtin begann vor 25 Jahren mit Kutsch- und Kremserfahrten. Dazu kam ein Gaststättenbetrieb mit kleiner Pension. Die Pension und Fuhrhalterei betreibt eine Ponnyreitbahn und bietet Kremserfahrten, eine Hochzeitskutsche, einen Pferdeomnibus und Schlittenfahrten an. Ihre einstmals sächsisch-thüringischen Kaltblüter zogen in den damals noch schneereichen Wintermonaten den Pferdeschlitten durch den Kottmarwald und waren bei zahlreichen Volks- und Traditionsfesten sowie Festumzügen, u.a. beim Tag der Sachsen in Zittau dabei. Sie zogen den Pferdeomnibus über den Wacheberg und die Pferdestraßenbahn durch Görlitz. Letzteres war besonders für vielen Fotografen ein extra Highlight.

    Kutscher Mattu war für die Bergquellbrauerei Löbau GmbH mit Werbetouren unterwegs. Diese führten ihn zu den Titanen der Rennbahn in Brück und mit dem Siedlertreck auf die 1.200 km lange Strecke von Brügge nach Brück. Während dieser über acht Wochen dauernden Tour vertraten sie unsere oberlausitzer Heimat. Gern ist Winfried Mattutat mit den riesigen schwarzen, aus Frankreich stammenden Pferden vor dem Portertitan der Bergquellbrauerei Löbau GmbH unterwegs gewesen. Diese waren eine Neuheit in der Oberlausitz und ein echter Hingucker, sobald sie sechsspännig vor dem Löbauer Prachtgespann autauchten.

    Beim Bierzug hatte Kutscher Mattu seine Pferde vor die Festwagen verschiedenster Firmen, Unternehmen und Vereine gespannt. Viele der entstandenen Fotos zeigen ihn beispielsweise als Kutscher vor dem Wagen der Fa. Priebs, vor dem Oberlausitzer Häusel vom Heimat- und Humboldtverein Eibau, einem oberlausitzer Braudfuder der Pferdewirtin oder einer Tippelfuhre mit fahrenden Händlern, einer Darstellung, die an frühere Zeit erinnert.

    www.pferdewirtin.de
    In den letzten Jahren hat sich Winfried Mattutat den Miniponnys verschrieben, den seiner Aussage nach „stärksten“ Pferden der Welt. Mit ihnen können genau wie mit den großen Pferden sämtliche Arbeiten im Hof und auch beim Holzrücken im Wald verrichtet werden. Selbst Rundfahrten bis zu 50 km bei der Heide- und Teichrundfahrt haben sie schon bewältigt.

    Beim Eibauer Bierzug zeigt Winfried Mattutat nun schon mehrere Jahre einen eigenen kleinen Bilderblock mit originellen historischen und traditionellen Darstellungen. Dabei auch die Brauerei Frenzelbräu aus Bautzen und natürlich mehrere, ihn bei seinen Präsentationen unterstützende Gespannführer aus der Region.

    Sieht man die Ponnys, die dem Kutscher Mattu wie Kinder ans Herz gewachsen sind, vor den Festwagen munter drauf los traben, spürt man ihre Lust an Bewegung und den zweibeinigen Mitwirkenden im Team um Marina und Winfried Mattutat die Freude am Bierzugspektakel an, und dass sie wieder dabei sein können, wenn es heißt: Der Bierzug rollt!
     
     
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